WBSO in 6 Schritten beantragen
Ein guter Antrag folgt einer technischen Argumentationslinie. Bearbeiten Sie die Schritte in dieser Reihenfolge, damit Ziel, Problem, Lösungsansatz, Arbeiten und Budget aufeinander abgestimmt sind.
1. Ermitteln Sie, welche Projekte F&E sind
Beginnen Sie nicht mit dem gesamten Innovationsprojekt, sondern bestimmen Sie, welcher Teil tatsächlich technische Entwicklungsarbeit oder technisch-wissenschaftliche Forschung darstellt. Kommerzielle Entwicklung, Implementierung, reguläre Engineering-Arbeit und die Anwendung bestehender Techniken sind nicht automatisch F&E.
Bei einem Entwicklungsprojekt geht es um technische Unsicherheit und eine Lösung, deren Wirkprinzip noch nicht feststeht. Die WBSO-Voraussetzungen ansehen →
2. Beschreiben Sie die technischen Probleme
Ein technisches Problem ist nicht dasselbe wie ein funktionaler Wunsch. „Das System muss schneller werden“ sagt noch nicht, warum bestehende Technik nicht ausreicht.
Konkreter: Bei wachsenden Datenmengen steigt die Verarbeitungszeit exponentiell, weil die aktuelle Datenstruktur jeden neuen Vergleich gegen den vollständigen Datensatz ausführt. Innerhalb der verfügbaren Speicher- und Latenzgrenzen ist daher keine brauchbare Implementierung möglich.
RVO möchte einen Blick unter die technische Haube werfen können. Beschreiben Sie daher die Ursache, die technische Grenze und die Unsicherheit – nicht nur das angestrebte betriebliche Ergebnis. Mehr zur technischen Neuheit bei der WBSO →Mehr über technische Neuheit bei der WBSO →
3. Beschreiben Sie Ihre Lösungsansätze
Erläutern Sie, welche technisch neuen Lösungsansätze Sie selbst untersuchen oder entwickeln. Ein starker Antrag beschreibt nicht nur Problem und Endprodukt, sondern vor allem den technischen Entwicklungspfad dazwischen.
Nennen Sie zum Beispiel eine Architektur, Materialwahl, einen algorithmischen Ansatz, eine Regelungsstrategie oder Konstruktion und erläutern Sie, warum im Voraus unklar ist, ob diese funktioniert. Die WBSO-Projektbeschreibung ansehen →
4. Planen Sie die F&E-Stunden ein
Schätzen Sie pro Projekt realistisch ein, wie viele Stunden eigene Mitarbeiter für qualifizierende F&E-Arbeiten aufwenden. Nehmen Sie nicht automatisch alle Projektstunden auf: Vertrieb, Projektmanagement, routinemäßige Engineering-Arbeit, Implementierung und andere nicht-technische Arbeiten fallen in der Regel nicht unter die F&E-Stunden.
Mehr über die WBSO-Zeiterfassung →
5. Wählen Sie Pauschale oder tatsächliche Kosten und Ausgaben
Beim ersten Antrag des Kalenderjahres entscheidet sich ein zum Lohnsteuerabzug verpflichtetes Unternehmen gegebenenfalls zwischen der Kostenpauschale und den tatsächlichen S&O-Kosten und -Ausgaben. Diese Entscheidung gilt für alle Anträge in diesem Kalenderjahr. Berechnen Sie die Auswirkungen daher vorab.
WBSO-Kosten und Ausgaben → · WBSO-Vorteil berechnen →
6. Stellen Sie den Antrag bei der RVO
Sie reichen digital über das Antragsportal der RVO ein. Dafür ist mindestens eH3 erforderlich. Arbeiten Sie mit einem Intermediär, ist zusätzlich eine Kettenvollmacht nötig. Die RVO prüft anschließend Vollständigkeit und technischen Inhalt und kann ergänzende Fragen stellen.
WBSO selbst bei der RVO beantragen →